Wie will ich reisen?

Mit Begeisterung habe ich das Hörbuch „Das große Los“ von Meike Winnemuth angehört. Wie oft hat sie mir aus der Seele gesprochen mit ihren Gedanken, Plänen und Erlebnissen. Auch die Art, wie sie ihre 12-monatige Weltreise an 12 Stationen am Meer beschreibt, liegt mir sehr. Einmal um die ganze Welt an Orte, an denen ich noch nie gewesen bin. Das klang spannend.

12 Monate aus dem Koffer leben?

Spätestens bei dem Kapitel mit den paar Kleidungsstücken, die alle zusammenpassen, pflegeleicht und bügelfrei waren, endete meine Begeisterung. 20 Kilogramm sind ganz schön wenig. Ich nehme auf Geschäftsreisen von mehr als 7 Tagen ja schon den größeren Koffer mit. Allein das Elektronikzeugs inkl. aller Ladekabel nimmt schon Platz und Gewicht ein. Da bleibt nur wenig Platz übrig. Den Gedanken an eine mehrmonatige Flugreise aus dem Koffer hatte ich daher schon nach wenigen Tagen verworfen.

Reisen mit dem Cabrio?

Mein Alltagsgefährt ist ein Cabrio mit Hardtop und Schiebedach. Damit war ich schon zu zweit für 3 Wochen in Schottland – inkl. Golfausrüstung. Im ersten Moment klang das sehr verlockend, alles mitnehmen zu können und mehr Platz zu haben, aber die Mühen, mir jeden Abend eine neue Bleibe zu suchen oder gar im Auto übernachten zu müssen … Für ein Jahr zu anstrengend, wo bleibt da die Spontaneität?

Ist Camping eine Lösung?

Als Kind bin ich mit meiner Familie mit Wohnwagen unterwegs gewesen, ich kann demnach etwas Campingerfahrung nachweisen. Aber jeden Abend auf einem Campingplatz verbringen? Was mache ich, wenn der belegt und ich zu müde zum Weiterfahren bin? Die Leute dort spießig sind? Von meinen Freunden (egal ob Campingexperten oder nicht) bekam ich den wertvollen Rat:

„Bevor Du Dir ein Campingfahrzeug kaufst, miete erstmal eines.“

Januar 2019 auf der CMT in Stuttgart

Nach einem intensiven Samstag auf der CMT (Caravan, Motor, Touristik-Messe) in Stuttgart im Januar 2019 war mir klar: Van ist super für den Alltag, für ein ganzes Jahr ist er mir zu klein. Die Wohnwagen sind eher auf Paare oder Familien ausgerichtet und ich bin immer auf Campingplätze angewiesen. Also klappere ich am folgenden Samstag – dieses Mal mit familiärer Unterstützung durch Papa, Tante und Onkel – die Wohnmobilanbieter ab und lerne, wie unterschiedlich Wohnmobile aufgebaut und eingerichtet sein können.

An diesem Samstag auf der CMT habe ich das Hubbett entdeckt. Morgens das Bett samt Bettwäsche elektrisch hochfahren und schon steht der gesamte Raum zum Wohnen zur Verfügung. Die Aufteilung der Dinette als Lounge spricht mich sofort an. Noch auf der CMT habe ich die ersten Gespräche zur Anmietung geführt. Eine Woche später stand fest: Ich fahre damit über Pfingsten zum Kitesurfen an die italienische Adria und treffe mich in Grado mit Freunden zum Probecampen.

Probecampen an der Adria

Der erste Campingurlaub seit langem ist fantastisch und das Leben auf dem Campingplatz macht richtig Spaß. Hubbett – genau mein Ding! Was ich nicht bedacht hatte: Das Rangieren in den Stellplatz hinein und aus ihm wieder hinaus ist ohne fremde Hilfe nervenaufreibend und 7 Meter sind für meine Zwecke zu lang. Mir genügt ein kürzeres Modell.

September 2019 auf dem Caravansalon in Düsseldorf

Wieder zwei Tage im vollen Rechercheeinsatz auf der Suche nach einem Raumwunder mit max. 6 Metern Länge, gepaart mit dem Wissen, daß ich in den nächsten Tagen bestellen sollte, falls ich im Mai 2020 ein Reisegefährt vor der Haustür haben möchte.

Fündig geworden bin ich bei einem teilintegrierten Rollerteam Kronos 230 TL – ja, mit Hubett. Noch am Samstagabend bin ich in die Facebook-Gruppe „Rollerteam“ eingetreten und habe mein Vorhaben in der Community geteilt. Die zahlreichen Tipps waren sehr hilfreich und haben mich davon abgehalten, am Sonntag auf der Messe eine vorschnelle Kaufentscheidung zu treffen.

Die habe ich dann zwei Wochen später beim Wohnmobilhändler getroffen. Nach 2,5 Stunden eingehender Bedarfsanalyse und Beratung für nützliche Sonderausstattung rief ich meinen Campingexperten Simon an, worauf ich noch zu achten habe. Nach einer weiteren halben Stunde „Telefonberatung“ zwischen Simon und meinem Händler standen noch eine 2. Aufbaubatterie auf dem Bestellzettel und meine Unterschrift darunter.

Januar 2020 auf der CMT in Stuttgart

Mein CMT-Besuch 2020 hatte den Schwerpunkt auf den Dingen, die mir zum Campingglück noch fehlen. Ein Wasserkocher hier, ein Gasgrill da und das Campingtagebuch habe ich auch gleich mitgenommen. Wieder 2 Tage, um Prospekte für die Reiseroute zu hamstern und Freundschaften zu Camping-Bloggern zu schließen oder zu pflegen. Kaufreue wegen meines Modell? Nicht die Spur! Die Vorfreude steigt.

Für den 4.5.2020 habe ich den Termin zur Zulassung und danach werde ich mein Wohnmobil abholen. Wann ich es auf Herz und Nieren testen kann, wohin es mich verschlägt und wie wohl ich mich darin fühlen werde, teile ich Euch auf meinem Blog mit.

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